Wir alle schwimmen im Wasser - nicht im Geld!

Über uns

Bäder sind keine Kostenstelle. Sie sind Zukunftsinfrastruktur.

Wer öffentliche Bäder ausschließlich als Haushaltsdefizit betrachtet, reduziert sie auf eine Zahl im Etat. Damit wird ihre tatsächliche Funktion verkannt. Bäder sind Teil der kommunalen Daseinsvorsorge – vergleichbar mit Schulen, Sporthallen oder Bibliotheken. Sie schaffen Bildungsangebote, sichern öffentliche Sicherheit und stärken die Gesundheit der Bevölkerung.

1. Schwimmen lernen ist keine Nebensache

Schwimmen ist eine Kulturtechnik. Ohne ausreichende Wasserflächen kann sie nicht vermittelt werden.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft weist seit Jahren darauf hin, dass viele Kinder am Ende der Grundschule nicht sicher schwimmen können. In mehreren Erhebungen der vergangenen Jahre lag der Anteil der Grundschulkinder ohne sichere Schwimmfähigkeit bei rund 20 Prozent oder darüber.

Das ist mehr als eine statistische Größe. Fehlende Schwimmfähigkeit erhöht das Unfall- und Ertrinkungsrisiko erheblich. Deutschland verzeichnet laut DLRG jährlich mehrere hundert tödliche Badeunfälle.

Ohne wohnortnahe, ausreichend verfügbare Wasserflächen ist flächendeckender Schwimmunterricht nicht realisierbar. Weniger Bäder bedeuten weniger Unterricht – und damit langfristig mehr Unsicherheit.

2. Gesundheit und Prävention

Bewegung im Wasser ist eine der effektivsten und zugleich schonendsten Trainingsformen. Sie eignet sich für Kinder, für ältere Menschen, für Personen mit orthopädischen Einschränkungen und für Rehabilitationsmaßnahmen.

Öffentliche Bäder leisten damit einen Beitrag zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Adipositas und Bewegungsmangel. Prävention ist volkswirtschaftlich günstiger als spätere Therapie. Wer Bäder schließt, spart kurzfristig im Haushalt – verschiebt aber mögliche Kosten in andere Systeme.

3. Soziale Infrastruktur und Integration

Bäder sind niedrigschwellige Begegnungsorte. Hier treffen sich Menschen unterschiedlicher Generationen, sozialer Hintergründe und Kulturen. Vereinsstrukturen, Schwimmsport, Reha-Gruppen oder Seniorenkurse stärken gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Gerade in Zeiten zunehmender sozialer Fragmentierung sind solche Orte keine freiwillige Zusatzleistung. Sie sind stabilisierende Infrastruktur.

4. Standortfaktor für Kommunen

Familien achten bei der Wahl ihres Wohnortes auf Bildungs- und Freizeitangebote. Unternehmen berücksichtigen weiche Standortfaktoren bei der Ansiedlung von Fachkräften. Eine funktionierende Bäderlandschaft ist Teil dieser Lebensqualität.

Eine Kommune ohne Bad verliert Attraktivität. Das wirkt sich mittel- und langfristig auf Bevölkerungsentwicklung, Kaufkraft und kommunale Einnahmen aus.